Die Fledermaus von Johann Strauß
Johann Strauß' Musik für Die Fledermaus sprudelt von Einfällen, Scherzen und sarkastischen Anmerkungen nur so über. Gleichzeitig aber ist ihm das Kunststück gelungen, diesen Einfallsreichtum so zu bündeln und zu bändigen, dass jede musikalische Erfindung ganz im Dienst der Komödie Die Fledermaus steht, die sich vor den Augen des Zuschauers entwickelt. Voller Energie brilliert der Großmeister Johann Strauß somit auf allen Erzählebenen.
Die Fledermaus: ein Kind ihrer Zeit
Die Konflikte, die in der Fledermaus ausgetragen werden, sind an die Zeit gebunden, in der das Werk entstand. Darum haben Andreas Homoki (Inszenierung) und Wolfgang Gussmann (Bühnenbild und Kostüme) sich entschlossen, das Stück in seiner Zeit zu belassen. Denn wenn man die Vorgänge in ihrer Zeitbezogenheit betrachtet, stellt sich schnell heraus, dass die Motivation der Figuren aus Die Fledermaus uns heute keineswegs so fremd ist, wie man auf den ersten Blick glauben sollte.
Die Fledermaus holt Vergangenes zurück
Der einheitliche Bühnenraum, in dem alle drei Akte der Fledermaus spielen, zitiert demonstrativ unnaturalistisch das Interieur eines bürgerlichen Wohnzimmers seiner Zeit, mit dunklen Holztäfelungen, der Fülle an überreich ornamentierten Möbeln und den schweren Samtvorhängen, die kaum Licht durchlassen. Dieses Ambiente macht die Verhaltensweisen der Figuren unmittelbar verständlich. Gleichzeitig ermöglicht es auch die Entdeckung, wie nah uns das alles eigentlich immer noch ist.
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