Eine Sensation: Rund 40 Jahre nach der Veröffentlichung des Jahrhundert-Albums „Sergeant Pepper“ werden die Song-Juwelen der Beatles erstmals live aufgeführt. Das Sarrasani-Zelt in Hamburg wird mit 1.400 Sitzen Schauplatz der größten Beatles-Livemusikshow. Erstklassige junge Musiker werden durch Streicher, Bläser und einen Chor verstärkt und rocken mit dem revolutionären Sixties-Sound die Zuschauer.
Bei dieser Show tauchen die Zuschauer tief ein in das Lebensgefühl der Sixties. Schon das Foyer, ein Jugendzimmer mit Che-Postern, Schallplatten, BRAVO-Heften und Co., verbreitet die Love & Peace-Atmosphäre einer aufregenden Musik-Epoche. Die Live-Show beeindruckt durch die gelungene Symbiose aus moderner Sound-Technik, Licht-Design, circensischen Einlagen und den genial interpretierten Beatles-Songs.
Billy Altman brachte es mit seinem Kommentar zum achten Beatles-Album von 1967 auf den Punkt: „Ein Meilenstein für die 60er Jahre und für die populäre Kultur.“ In den USA stand das Album 15 Wochen lang auf Platz eins und wurde mit vier Grammys ausgezeichnet. Jetzt kann das Publikum dieses Gesamtkunstwerk live erleben und sich auf Songs wie „Lucy In The Sky With Diamonds“ oder „A Day In The Life“ freuen.
Die Songs von Sgt. Pepper's
Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band
With A Little Help From My Friend
Lucy In The Sky With Diamonds
Getting Better
Fixing A Hole
She's Leaving Home
Being For The Benefit Of Mr. Kite
Within You Without You
When I'm Sixty-Four
Lovely Rita
Good Morning Good Morning
Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band (Reprise)
A Day In The Life
Swinging Sixties
Die Sechziger waren in politischer, ästhetischer und kultureller Hinsicht ein besonders aufregendes Jahrzehnt. Politischer Protest und künstlerische Experimente in Einheit mit einem ausgeprägten Freiheits- und Ausdruckswillen führten zu einer Ära, die moralische Umwälzungen und nachhaltige Bewusstseinsveränderungen mit sich brachte.
Psychedelia hieß das Stichwort: „Der Begriff „psychedelisch“ umfasst ein breites Spektrum ästhetischer und stilistischer Positionen, die sich Mitte der 60er (...) formierten, und bezeichnet für gewöhnlich die kurzlebigen Manifestationen in Mode, Musik, Film, Wohnkultur und Design der sich entfaltenden Gegenkultur“. (aus: „Politik der Ekstase: Kunst für Körper und Geist“ von Christoph Grunenberg)
Diese Gegenkultur rebellierte gegen überkommene Autorität und setzte eine Bewegung in Gang, die bis ins Jetzt hineinreicht. Der Grauschleier der Nachkriegszeit wurde weggezogen und ersetzt durch grelle Cinemascope-Farben. Die Petticoats der Fünfziger wichen Mary Quandts frechem Mini-Rock. Die gegelte Entenschwanz-Frisur von Elvis verwandelte sich in den langhaarigen Pilzkopf.
Amerika wählte 1961 mit John F. Kennedy den jüngsten Präsidenten aller Zeiten. Ludwig Erhardt forderte „Wohlstand für alle“. Neil Armstrong setzte 1969 seinen Fuß auf den Mond. Und Rock’n’Roll hatte sich als „internationale Sprache“ der Jugend durchgesetzt.
Gegen Ende dieses ereignisreichen Jahrzehnts begehrten die Jungen das erste Mal gegen die Gesellschaft der Väter, Militarismus, Gehorsamsstaat und Restauration, gegen den Irrsinn des Vietnamkrieges, die bleierne Irrationalität des Kalten Krieges auf und legten den Grundstein für das, was heute als Jugendkultur längst wieder Big Business und Alltag geworden ist.
Doch die Strahlkraft dieser Epoche – das manifestiert sich durch aktuelle Ausstellungen und die neuerlich einsetzende Rezeption dieser Zeit – ist ungebrochen. Erst vor dieser Folie wird auch das neu gewonnene Interesse an „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“, dem psychedelischen Meisterwerk der Beatles, verständlich. Die Fab Four fertigten mit diesem Song-Zyklus den Soundtrack einer Zeit, deren schierer Naivität auch ein großes kreatives Potenzial innewohnte und die mit ihren allen Sinne umfassenden Auslassungen den Glauben an eine bessere Zukunft beschwor.
Das Jahrhundert-Album der Beatles
Mitten hinein in diese aufgeheizte Atmosphäre der Endsechziger platzte die Veröffentlichung des achten Beatles-Albums. Klar, die vier Liverpudlians hatten das Gesicht der Popmusik bereits verändert: Riesenhits, Megaseller, sie waren ein household word rund um den Globus. Aber kaum jemand traute ihnen zu, was sie mit „Sergeant Pepper’s“ dann schufen: Songzyklus, Konzept-Album, Gesamtkunstwerk.
Zum ersten Mal fand man hier alle Texte auf dem Inlay abgedruckt, weil es sich um mehr handelte als um „Boy meets Girl-Fünf-Minuten vor den Nachrichten“-Songs. Das Artwork des Covers war ebenso beeindruckend wie die Musik. „Von Lennons beschwörenden Wort- und Soundcollagen (dem ausgeflippten „Lucy In The Sky With Diamonds“ und dem rummelplatzhaften „Being For The Benefit Of Mr. Kite“), über McCartneys Music-Hall-Nummer „When I’m Sixty Four“ und Harrisons Ostanleihe „Within You Without You“, bis zu der abschließenden, avantgardistischen Mini-Suite „A Day In The Life“ war Sgt. Pepper beides: ein Meilenstein für die 60er Jahre und für die populäre Kultur“ (Billy Altman)
Die Beatles, im Veröffentlichungsjahr 1967, selbst längst keine Live-Band mehr, kreierten diese fiktive Marching Band, die zum Vergnügen aller aufspielt: „a splendid time is guaranteed for all“. Dazu brauchten sie vier Monate Produktionszeit (üblich waren damals ein paar Wochen), ein 120-köpfiges Orchester, den kongenialen Produzenten George Martin und all die Einflüsse jener Drogen beeinflussten, psychedelisch-bunten Zeit.
Mit Sgt. Pepper wurde nicht nur die Songform erweitert, sondern auch das Konzeptalbum als neue Kunstform begründet. Inspiriert durch das 66er Beach-Boys-Album „Pet Sounds“ veröffentlichten die Beatles Sergeant Pepper und machten den Weg frei für Werke wie „Their Satanic Majesty Request“, „Tommy“ oder „Quadrophenia“.
Die angesehene „Times“ sprach in diesem Zusammenhang „von einem entscheidenden Moment für die westliche Kulturzivilisation“. In den USA belegte das Opus Magnum 15 Wochen lang den Nummer eins-Platz der Billboard-Charts und erhielt vier von sieben nominierten Grammys: Platte des Jahres, bestes Album-Cover, beste Technik, bestes zeitgenössisches Album.
Wie recht die Juroren hatten, zeigte sich 2007: Sgt. Pepper wird als „most definitive rock and roll album“ in die Rock’n’Roll-Ruhmeshalle aufgenommen und zementiert die Einsicht, wie allgegenwärtig und aktuell diese Songs bis heute sind.
© Centerstage Projektmanagement GmbH
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