Königreich der Gaukler und Paradies der Lebensfreude: So urteilt der „Spiegel“ über André Hellers unvergleichliche Show. Seine sinnliche Entdeckung Afrikas fasziniert das Publikum mit Tempo, Energie und dem Ausdruck überschäumender Ausgelassenheit. Atem beraubende Artistik und phantastische Masken und Kostüme entführen das Publikum in eine fremde, begeisternde Welt aus Tanz, Musik und Körperkunst.
Das erklärte Anliegen von André Heller war es, den Afrikanern eine europäische Bühne zu eröffnen, die der Großartigkeit ihrer Kunst entspricht. Ein prunkvolles Zelt, spektakuläre Artistik und Fantasiekostüme, die an Fabeltiere oder an Götter aus einer anderen Welt erinnern, bilden den Rahmen für hervorragende Jongleure, Seiltänzer, Schlangenmenschen und Künstler jeder Art.
Fast zwei Jahre lang sind André Hellers Mitarbeiter in Afrika unterwegs gewesen. Zwischen Mali und Marokko, zwischen Ägypten und Südafrika, an allen Küsten und im Landesinneren haben sie faszinierende Künstler gefunden: Mehr als einhundert Artisten, Tänzer, Sänger und Musiker – und viele von ihnen kommen aus einer der zwei afrikanischen Zirkusschulen, die Kooperationspartner des Projektes sind.
Der Afrika-Euro
Spenden für die Kultur in Afrika
Nach den ersten zehn Monaten und den Gastspielen in Frankfurt, Hamburg, München, Berlin und Düsseldorf haben rund 600.000 Besucher das magische Zirkusereignis vom Kontinent des Staunens gesehen. Ein Euro jeder verkauften Karte – der „Afrika-Euro“ – ist in die Stiftung der Deutschen UNESCO-Kommission für die Kulturen Afrikas „Art in Africa“ geflossen.
Bei der Stiftung handelt es sich um die erste ihrer Art überhaupt. Gegründet wurde sie am 14. Dezember 2005 anlässlich der Weltpremiere von AFRIKA! AFRIKA! in Frankfurt am Main, und zwar gemeinsam von der Deutschen UNESCO-Kommission und der Afrikanischen Zirkus GmbH & Co. KG.
Von Anfang an war das Engagement der Initiatoren von AFRIKA! AFRIKA! für die Bewahrung und Vermittlung der Vielfältigkeit afrikanischer Kulturen Teil ihres Vorhabens. Das Ziel dieser Unterstützung ist es, über die unmittelbare Zusammenarbeit hinaus einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung und Festigung der afrikanischen Kulturindustrie zu leisten.
Schon frühzeitig stieß die Idee auf das besondere Interesse Doudou Diènes, des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, der AFRIKA! AFRIKA! beratend begleitet. Im August des vergangenen Jahres erklärte dann auch die UNESCO in Paris, dass sie die Schirmherrschaft für das Projekt übernimmt. Diese Verpflichtung und Auszeichnung zugleich gilt einem Unternehmen, das einen Teil seiner Einnahmen wieder nach Afrika zurückführen wird.
Der „Afrika-Euro“ steht für die Kulturförderung in Afrika zur Verfügung. Bei der Auswahl und Unterstützung der zu fördernden Projekte kooperiert die UNESCO-Stiftung mit dem Goethe-Institut.
Mit ihrer fachlichen Kompetenz sowie mit der Präsenz ihrer Institutionen in Afrika bieten die UNESCO und das Goethe-Institut eine Gewähr für die sachkundige Auswahl und Begleitung der Fördervorhaben, die ausschließlich afrikanischen Interessen, nicht der Umsetzung europäischer Afrikavorstellungen dienen.
Dieser besondere Einsatz ist getragen von der Überzeugung, dass Kunst und Kultur entscheidende Voraussetzungen für das Selbstbewusstsein aufstrebender Gesellschaften sind, dass sie deren Kreativität und Identitätsbehauptung fördern, im Innern wie über die Grenzen hinaus.
Mögliche erste Förderprojekte konnte das Goethe-Institut im Rahmen des Münchner Gastspiels in den Zeltpalästen von AFRIKA! AFRIKA! vorstellen. Die Compagnie Phénix aus Kamerun begeisterte mit der Präsentation einer ihrer Performances modernen Tanzes. In der Preview des Dokumentarfilms „Dance meets Differences“ stellte Gerhard Schick den interkulturellen Tanzworkshop Gerda Königs vor, in dem kenianische Künstler mit und ohne körperliche Besonderheiten zusammen arbeiteten. Der ägyptische Popstar Mohamed Mounir, dem in der arabischen Welt Zehntausende zujubeln, präsentierte, verbunden mit einem mitreißenden Konzert, sein Förderprojekt „Musik der Nilländer“.
Ein theoretisches Fundament fand die Präsentation der Fördervorhaben in einer flankierenden Podiumsdiskussion, in der ausgewiesene Afrika-Kenner Potentiale und Risiken einer Kulturförderung in Afrika beleuchteten.
© Afrikanischer Zirkus GmbH
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